Kameraholster DIY aus Leder

DIY Kameraholster

Richtig gehört DIY Kameraholster! Heute gibt es mal keine Bilder von Hochzeitspaaren zu sehen. Es geht mal um Technik und das ganze Zeug außen rum. Primär um etwas, wo sich vielleicht jeder, der nichts mit Fotografie zu tun hat fragt: "Was macht der jetzt für eine Story aus einem Gurt für eine Kamera (Kameraholster)?"

Gerade als Hochzeitsfotograf ist Geschwindigkeit gefragt. Man muss den kurzen Augenblick bei einer Trauung mit voller spontanität festhalten können. Dies erfordert häufig die richtige Wahl der Brennweite zum passenden Moment und der erfahrene Umgang mit der Belichtungseinstellung zu den Umgebungsvariablen. Bis jetzt habe ich immer mit einem Kamerabody, einer Canon EOS 6d meine Hochzeitsbilder gemacht. Hier war ich also immer darauf angewiesen die Objektive im Laufe einer Hochzeit situationsbedingt zu wechseln. Dadurch laufe ich natürlich immmer die Gefahr, dass ich hier den ein oderen anderen Moment verpasse.

Die Lösung ist also eine zweite Kamera, welche ende des Monats folgen wird. Ein ausführlicher Bericht hierzu wird hier sicherlich noch kommen. Die Kenner sollten vielleicht schon eine Vorahnung haben. Mit dem Einsatz einer zweiten Kamera stellt sich dann natürlich das nächste Problem - Wie sorge ich dafür, dass das Ding immer griffbereit zur Verfügung steht? Ich will die Fotokamera ja schließlich nicht nur in die Tasche legen, welche irgendwo in einer Ecke griffbereit in der Kirche oder dem Standesamt liegt - Spontane Momente?

Also benötige ich beide Kameras mit unterschiedlichen Brennweiten immer am Mann um bei der Hochzeitsreportage passende Momente festzuhalten. Was macht der sich denn so viele Gedanken, jede Kamera hat doch einen Gurt? Sicherlich hat jede Kamera einen Gurt, nur sind diese vollkommen unpraktisch, sie rutschen vom Arm, baumeln ungesichert zwischen Arm und Oberkörper.

Schnell ist die teurer Linse an die Treppe aus Marmor oder die Kirchenbank geknallt. Das ist blöd für das Paar da ich mit dem Lärm die Trauung störe und eine rießen Gaudi für den erfahrenen Gast der Trauung, wenn die Linse im 4 stelligen Eurobetrag gerade futsch gegengen ist. Jetzt möchte ich mit meiner Lösung ja auch kein Patent anmelden, denn eins ist klar, die geldgierige und ausgefuchste Fotozubehörindustrie hat dieses Problem natürlich auch schon selbst für sich und ihren Geldbeutel entdeckt 😉

Hier gibt es viele Lösungen auf dem Markt welche von ThinkTank, LowePro, Blackrapid oder anderen Unternehmen kommen. Diese Kameraholster waren mir aber mit circa 300 € einfach zu teuer (Gewinnmaximierung 1. Semester Kapitalisum). Ebenfalls haben Sie mir von der Optik nicht ganz zugesagt. Wie sagt man so schön das Äußere ist auch entscheident für den Kauf eines Produktes. Diesen Punkt haben findige Unternehmen ebenfalls erkannt und so wurden in den vergangenen Monaten auch Kameraholster auf den Markt geworfen, welche optisch eher meinen Geschmack traffen, leider waren diese aber auch für meinen Geldbeutel viel zu teuer.

Somit kommen wir dann einmal nach der langen Vorgeschichte zum eigentlich Punkt und der Überschirft DIY. Per Zufall bin ich auf eine Internetseite eines Fotografen aufmerksam geworden, welche ebenfalls das Problem hatte und hier auch eine super Lösung für wenig Geld entwickelt hatte. Also hatte ich nicht lange gefackelt und bei den gängigen Onlinehändlern nach passenden Produkten geschaut.

Jeder, der ein wenig handwerkliches geschick vorzuweisen hat oder mit Kleber und Schere umgehen kann, sollte hier ein super Produkt hinbekommen. Was brauche ich also dazu:

  1. Bei H&M habe ich mir 3 Grütel aus Leder mit einer Länge von 105 cm erworben. (14,00 € pro Stück)
  2. Eine handelsübliche Haushaltsschere, welche in der Lage ist mit Leder in der Stärke des Gürtels klar zu kommen (Kosten keine Ahnung)
  3. Holnieten von PRYM 403151 4-6 mm in Messing ca. 10 Stück solten reichen (ca. 6 € bei Amazon)
  4. 2 Vierkantringe mit einer breite von 40 mm, falls Ihr euch einen anderen Gürtel zulegt muss dies angepasst werden
  5. 2 Stativschrauben, welche an die Kamera/Objektiv montiert werden können (4 Stück bei Amazon für ca. 6 €)
  6. 2 Karabiner aus dem Pferdebedarf für Zügel (ca. 10 Euro für 2 Stück)
  7. 2 Ringe für Schlüsselanhänger (hatte ich noch zu Hause)

Bei der Montage musste ich feststellen, dass der Plan mit den Vierkantringen nicht ganz funktioniert hatte wie gedacht. Ich wollte diese eigentlich mit einer Zange an der Sollverbindung lösen, da diese geschweißt waren musste ich feststellen, dass meine Kraft nicht ausreichend war.

Somit bin ich auf die Lösung mit den Schlüsselringen ausgewichen. Sicherlich kann man jetzt hier vom schwächsten Glied in der Kette sprechen, jedoch glaube ich dass dies im Dauereinsatz klappen wird und eine solide Verbindung darstellt. Erweitern werde ich dieses System noch mit einer Sicherungsschnurr welche an der Kamera und dem Gurt fixiert ist. Dies soll verhindern, dass wenn durch die Dauerbelastung bei der Hochzeitsreportage sich doch unerwartet die Stativschraube löst, die Kamera nicht ungebremst auf den Boden fällt und zu Bruch geht. Nach der diesjährigen Saison werde ich von den Erfahrungen berichten und evtl. Verbesserungen noch aufzeigen. Bis dahin wünsche ich jedem viel Spaß beim selber machen.

DIY Kameragurt Leder
DIY Kameragurt Leder
DIY Kameragurt Leder